Gemeinde Igersheim

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Weiler Holzbronn (26 Einwohner)

Der Weiler Holzbronn liegt nördlich von Igersheim im oberen Erlenbachtälchen.

Der Ortsname kann als „hölzerner Brunnen“ oder „Brunnen im Gehölz“ gedeutet werden. Die Ansiedlung erscheint seit 1336 als Eigentum der adligen Familie Mertin von Mergentheim. Götz Mertin und seine Frau vertragen sich mit ihrer Schwester Jutta in der Klause zu Neunkirchen wegen der von ihrer Schwester Irmengard hinterlassenen Güter zu Holzbronn, Reisfeld und Dainbach. Im 15. Jahrhundert wird der Besitz an den Deutschen Orden übereignet. Holzbronn unterstand dann dem Gericht Deubach bzw. Balbach. 1812 war es zunächst Harthausen zugeteilt, seit 1823 Igersheim.

Kirchlich gehörte Holzbronn stets zur Pfarrei Igersheim.

Weiler Holzbronn
Weiler Holzbronn

Weiler Reisfeld (24 Einwohner)

Unweit, südwestlich von Holzbronn, ist der Weiler gelegen. Der Ortsname könnte sich auf die Risse und Rinnen beziehen, die das Regenwasser in die Felder gegraben hat oder auf Riss = Bergrinne, in welcher Wasser, Gestein und Sand niederreißt. Vielleicht hatte die Ansiedlung Ortsadel. 1248 treten „Rudolf und Richolf de Risefelt“ als Zeugen in einer Urkunde auf, die Hörige in Ippesheim (Uffenheim) betraf. Im Jahre 1269 verkauft Hildebrand von Seinsheim (Kitzingen) mit Einwilligung Alberts von Hohenlohe seine Güter in „Risevelt“ an den Deutschen Orden.

1276 verpfändet Heinrich II von Brauneck seine Besitzungen in „Risevelt“ an das Stift Neumünster in Würzburg. Zwischen 1331 und 1416 erwirbt der Deutsche Orden zu Mergentheim von Konrad von Markelsheim, Vogt zu Weikersheim, von denen von Leuzenbronn und von Ehenheim, von der Familie Mertin, Mergentheim, und von Kloster Schöntal Besitz in Reisfeld. Es gehörte somit zur Herrschaft Neuhaus. Im 18. Jahrhundert kam es vorübergehend an das Deutschordensamt Balbach. Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte Reisfeld zu Harthausen.1855 stellten Reisfelder und Holzbronner Bauern ein Ortsstatut auf, das ihre Rechte bei der Eingliederung in die Gemeinde Igersheim regelte. Nach diesem Ortsstatut stand ihnen zwar keine Vertretung im Gemeinderat zu, jedoch musste der „Anwalt“ der Bauern in allen wichtigen Angelegenheiten gehört werden. Weil die Bauern ihre örtlichen Angelegenheiten selbst regelten, z.B. Unterhaltung der Feldwege, so führten sie auch nicht die üblichen Steuern ab, sondern bezahlten nur einen bestimmten Beitrag zum allgemeinen Amtsaufwand (Verwaltung – Rathaus – Schule – Friedhof). Dafür hatten sie auch keinen Anspruch auf die Allmend- und Bürgernutzungen.

1847/48 wurde, als private Stiftung von dem Anwalt Stefan Mittnacht, eine Feldkapelle zur Schmerzhaften Mutter Gottes errichtet.

Ein berühmter Sohn von Reisfeld war Hermann von Mittnacht, nach dem auch eine Straße in Igersheim benannt ist.
Hier noch eine kurze Biographie:

Hermann von Mittnacht

Die Vorfahren Hermann von Mittnachts stammen aus unserer Gemeinde. "Sein Ur-Großvater, Johann Georg Mittnacht, war noch Bauer in Reisfeld. Sein Vater, Franz Jakob Mittnacht, kam zunächst als Deutschordensbeamter nach Mergentheim und trat 1809, nach Auflösung des Deutschen Ordens, in den bayerischen Staatsdienst ein. Als Württemberg die Landesvermessung durchführte, wandte sich der König an Bayern wegen eines dafür geeigneten Mannes.

Die bayerische Regierung empfahl Mittnachts Vater, der dann als Finanzrat in den württembergischen Staatsdienst übertrat und sich bei der Landesvermessung und der Herstellung der nach ihm benannten Mittnacht´schen Karte sehr verdient gemacht hat. Mittnachts Vater war zweimal verheiratet. Seine erste Frau, Josephe Magdalene Sulzbeck, eine Tochter des Stadtmedikus Heinrich Sulzbeck in Würzburg, starb schon im Jahre 1829 im Alter von 38 Jahren. Aus dieser Ehe stammen zwei Söhne und eine Tochter. Der jüngere Sohn Hermann wurde am 17. März 1825 geboren. Den Kindern fehlte die Liebe der Eltern und vor allem das Mitgefühl und der Einfluss der Mutter auf ihr Gemütsleben. Dieser Mangel hat die Charakter- und Gemütsbildung Mittnachts stark beeinflusst, und so ist es nicht zu verwundern, wenn er von Jugend auf sein Gefühlsleben verschloss, nach außen kühl und teilnahmslos erschien und den Eindruck eines kalten Verstandesmenschen erweckte. Sein Vater war ein finsterer, schweigsamer, strenger, sparsamer, ja fast übergenauer Mann, den die Kinder fürchteten. Bei seinem Fleiße als Beamter hatte er keine Zeit für seine Kinder und beschäftigte sich nie mit ihnen. Fast noch schlimmer wurde die Lage der Kinder, als sich Mittnachts Vater zum zweitenmal verheiratete mit der Tochter des Generals von Seybothen, einer Hofdame der Gräfin von Württemberg… Vor allem hat sich Hermann Mittnacht zeitlebens nicht mit ihr verstanden, so dass er sogar von seinem Vater auf einige Zeit in die Erziehungsanstalt Stetten im Remstal gebracht wurde. Noch in seinen späteren Jahren hat Mittnacht oft davon erzählt, wie freudlos und trübe seine Kindheit verlaufen sei…

Um die Härte seines Charakters, seine eisige Unnahbarkeit, seinen Sarkasmus, seine Schweigsamkeit und Ungeselligkeit zu verstehen, muss man sich in die Familienverhältnisse, in die liebesleere Kindheit dieses Mannes versetzen. Mit diesen Eigenschaften blieb es ihm versagt, die Herzen seiner Umgebung in raschem Fluge zu gewinnen oder gar Begeisterung zu erwecken.

Volkstümlichkeit hat Mittnacht nie gesucht, und volkstümlich ist er auch nie geworden. Trotzdem wurde er bewundert, als Mann, der aus dem einfachen Bauerngeschlecht zu höchsten Staatsehren emporgestiegen ist und als einer der bedeutendsten Staatsbürger des 19. Jahrhunderts und Gegenspieler Preußens in die Geschichte einging. Mittnacht besuchte das Gymnasium in Stuttgart, doch fand er hier mit seinem schweigsamen und verschlossenen Wesen wenig Anschluss an Schulfreunde. Bei seinem klaren Verstande, der das Wesentliche rasch erfasste und seinem ausgezeichneten Gedächtnis fiel es ihm nicht schwer, stets einer der besten Schüler seiner Klasse zu sein. Nach der Reifeprüfung studierte er Jura an der Universität in Tübingen und ab 1845 in Heidelberg. Die Beamtenlaufbahn, in die er nach Ablegung der juristischen Staatsprüfung eintrat, führte ihn nach Ellwangen, wo er 1856 Staatsanwalt wurde. Äußerlich war Mittnacht untersetzt und ohne hervorstechende Merkmale, mit blauen Augen, dunkelblondem, früh ergrauendem und spärlich werdendem Haupthaar. Der mächtige Kopf, mit einer scharfen Nase, wurde umrahmt mit einem dunklen Bart. Im Jahre 1864 schrieb die Tauber-Zeitung in Bad Mergentheim, dass Mittnacht anlässlich eines Besuches in Mergentheim stolz auf eine Urkunde hingewiesen habe die seine fränkische Abstammung aus Reisfeld hervorhob. Er ist auch stets stolz auf seine fränkische Abstammung geblieben. Im Jahre 1854 heiratete er Angelika Bucher, die Tochter des Rektors am Gymnasium in Ellwangen und seiner Frau Henriette Karoline Härlein.

1860, also erst 35 Jahre alt, wurde er für den Bezirk Mergentheim als Abgeordneter in den Landtag gewählt. 39 Jahre lang blieb er Abgeordneter unseres Bezirkes. Bereits mit 41 Jahre wurde Mittnacht Minister und später lange Jahre Ministerpräsident des Königreiches Württemberg. Bekannt wurde Mittnacht als Gegenspieler Bismarcks und bei der Verfechtung der süddeutschen Interessen im deutschen Kaiserreich. Seine Autorität war unbestritten, durch alle Wirren und Gefahren des 19. Jahrhunderts steuerte Mittnacht das Staatsschiff und verhalf dem Königreich Württemberg zu einem blühenden Aufschwung. Im Jahre 1887 wurde Mittnacht vom König geadelt. Im Alter von 75 Jahren, im Jahre 1900, zog sich Mittnacht von der Politik zurück und verlebte seinen Ruhestand in Friedrichshafen. Zu seinen Lebzeiten wurde er in Stuttgart, Friedrichshafen und Mergentheim zum Ehrenbürger ernannt. Mittnacht starb im Jahre 1909 im Alter von 84 Jahren in Friedrichshafen und ist dort begraben.“

Weiler Bowiesen (16 Einwohner)

Der Ortsname ist wahrscheinlich verderbt aus „Wag(en)wiesen“ (Wiesen des Wago) entstanden. Der Weiler gehörte zur Zent Bütthard und war würzburgisches Erblehen der Grafen von Rieneck. Von ihnen war der damalige Hof an die Zöllner
(v. Mergentheim?) weiterverliehen, die ihn 1375 mit Zustimmung des Lehensherrn an den Deutschen Orden verkauften. Von da an gehörte es zum Deutsch-Ordensamt Balbach. 1688 wurde Bowiesen von den Franzosen verbrannt. Bis 1809 gehörte es zur Pfarrei Vilchband

Weiler Neubronn (33 Einwohner)

Der Weiler liegt nordwestlich vom Mutterort in einem Seitentälchen des Balbachtales.

1398 verkauften Wiprecht Mertin von Mergentheim, der zu Balbach wohnhaft war, und sein Sohn Hans Mertin sowie dessen Ehefrau Beatrix von Seckendorf alles, was sie in „Nuwenbronne“ und anderen Orten haben, um 940 fl. an den Deutschen Orden zu Mergentheim.

Neubronn zählte 1575 zum Gericht Deubach, später Balbach und zur Zent und Pfarrei Königshofen. Im 18.Jahrhundert gehörte es zeitweise zu Igersheim, danach zu Bernsfelden bzw. 1823 zu Löffelstelzen. Seit 1828 ist es nach Harthausen eingemeindet.

1878 wurde in Neubronn eine Muttergotteskapelle gebaut.

Weiler Neubronn (33 Einwohner)

Der Weiler liegt nordwestlich vom Mutterort in einem Seitentälchen des Balbachtales.

1398 verkauften Wiprecht Mertin von Mergentheim, der zu Balbach wohnhaft war, und sein Sohn Hans Mertin sowie dessen Ehefrau Beatrix von Seckendorf alles, was sie in „Nuwenbronne“ und anderen Orten haben, um 940 fl. an den Deutschen Orden zu Mergentheim.

Neubronn zählte 1575 zum Gericht Deubach, später Balbach und zur Zent und Pfarrei Königshofen. Im 18. Jahrhundert gehörte es zeitweise zu Igersheim, danach zu Bernsfelden bzw. 1823 zu Löffelstelzen. Seit 1828 ist es nach Harthausen eingemeindet.

1878 wurde in Neubronn eine Muttergotteskapelle gebaut.

Weiler Reckerstal (31 Einwohner)

Der Weiler Reckerstal befindet sich westlich von Harthausen. Der Ortsname ist von „reckholder“ = Wacholder abgeleitet.

1365 verkaufen Jakob Holzschuher, Bürger zu Nürnberg, und seine Ehefrau Vela ihren Hof zu Reckerstal, der jährlich 9 Malter Korn giltet, an Peter Hobach zu Mergentheim. 1398 gelangt Reckerstal teilweise mit Neubronn in den Besitz des Deutschen Ordens. 1442 verkauften Hans Brenntal und seine Frau den restlichen Teil, nämlich 5 ¾ fl., auf ihren Erbrechten am Hof Reckerstal ruhend, um 115 fl. an den Orden.

Die außerhalb des Ortes liegende neuromanische Rosenkranzkapelle stammt aus dem Jahre 1887

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Das Haus der Geschichte BW beschäftigt sich mit der Geschichte von Baden, Württemberg und Hohenzollern seit 1800.

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